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Ines und das Schlossgespenst Ein lustiges Halloween-Abenteuer voller Überraschungen

Autorenbild: Styria Louis
Styria Louis
vor 5 Tagen
9 Min. Lesezeit

An Halloween kann man mit vielem rechnen: klebrigen Bonbons in Manteltaschen, Kürbissen mit schiefen Grinsen und Nachbarn, die so tun, als hätten sie keine Süßigkeiten mehr. Womit Ines nicht rechnete, war ein Schlossgespenst mit Schluckauf, Lampenfieber und einer sehr ernsten Vorliebe für Käsewürfel.


Ines war zwölf, trug an diesem Abend einen Hexenhut, der bei jedem dritten Schritt nach links rutschte, und hatte sich vorgenommen, das mutigste Kind im ganzen Dorf zu sein. Das sagte sie zumindest laut. Innerlich führte sie eine lange Liste mit Dingen, die sie lieber nicht erleben wollte.


Ganz oben stand:


  • knarrende Türen ohne Wind

  • kalte Hände auf der Schulter

  • Porträts, die einem nachschauen

  • alles, was in Kellern wohnt und „huhuuu“ sagt


Leider führte der Weg zur besten Halloween-Party der Gegend ausgerechnet durch den Schlosspark von Burg Finstermoos. Das Schloss stand auf einem Hügel wie ein müder Riese. Seine Türme ragten schief in den Abendhimmel, als hätten sie beim Aufstehen vergessen, sich zu sortieren. Nebel klebte im Gras. Fledermäuse flatterten über den Zinnen. Aus einem Fenster glimmte ein einzelnes Licht.


„Bestimmt nur der Hausmeister“, murmelte Ines.


Das Fenster antwortete mit einem langen, wackeligen „Huuuuuuuu“.


Ines blieb stehen. Ihr Hexenhut rutschte ihr über ein Auge.


„Oder ein Hausmeister mit sehr schlechter Stimme“, sagte sie und ging weiter.


Weitwinkelansicht eines alten Schlosses im Nebel mit einem leuchtenden Fenster.
Burg Finstermoos sah aus, als hätte sie Halloween persönlich erfunden.

Die Einladung roch verdächtig nach Kürbissuppe


Eigentlich wollte Ines nur schnell durch den Park. Doch am rostigen Tor hing ein Schild, das am Nachmittag noch nicht dort gewesen war.


Große Halloween-Burgführung heute Abend. Eintritt frei. Mutige Gäste bekommen Kuchen.


Kuchen änderte die Lage.


Ines betrachtete das Schild. Die Buchstaben wirkten krakelig, aber bemüht. Das Wort „mutige“ war dreimal unterstrichen. Das Wort „Kuchen“ war mit kleinen Kürbissen verziert.


„Kuchen ist praktisch eine Sicherheitsmaßnahme“, entschied Ines. „Wenn ich mich erschrecke, kann ich mich daran festhalten.“


Sie drückte das Tor auf. Es quietschte so theatralisch, dass irgendwo eine Krähe vor Schreck vom Ast fiel. Sie landete im Laub, schüttelte sich beleidigt und krächzte Ines an, als wäre alles ihre Schuld.


Der Weg zum Schloss war von Kürbislaternen gesäumt. Einige grinsten freundlich. Andere sahen aus, als hätten sie gerade erfahren, dass sie Suppe werden sollten. Links und rechts standen steinerne Ritter, denen Moos wie grüne Bärte aus den Visieren wuchs.


An der Schlosstür hing ein riesiger Türklopfer in Form eines Löwenkopfs. Ines hob ihn an.


„Nicht so fest“, sagte der Löwenkopf.


Ines ließ ihn fallen.


„Aua“, sagte der Löwenkopf.


„Entschuldigung“, flüsterte Ines.


„Schon gut. Heute war schon jemand als Vampir da und hat versucht, mich zu beißen.“


Ines starrte ihn an.


„Du kannst sprechen?“


„Nur an Halloween. Und dienstags, wenn es regnet. Frag nicht.“


Bevor Ines entscheiden konnte, ob das normal genug war, öffnete sich die Tür von selbst. Dahinter lag eine Eingangshalle, größer als die Turnhalle ihrer Schule, aber deutlich staubiger. Kronleuchter hingen von der Decke. Spinnweben zogen sich von Wand zu Wand wie schlecht gestrickte Vorhänge. Ein roter Teppich führte eine breite Treppe hinauf, rollte sich am Ende aber trotzig ein, als wolle er nicht weiterarbeiten.


Ines trat ein.


Die Tür fiel hinter ihr zu.


„Natürlich“, sagte sie. „Sehr höflich.“


Ein Schlossgespenst mit organisatorischen Schwächen


In der Halle schwebte eine Gestalt.


Sie war durchsichtig, trug eine altmodische Schlafmütze und hatte ein Bettlaken um die Schultern, das offenbar mit Absicht dramatisch flattern sollte. Leider hatte es sich an einem Kandelaber verfangen. Das Gespenst zog daran, ruckelte, drehte sich einmal um die eigene Achse und hing dann kopfüber in der Luft.


„Einen Moment bitte“, sagte es würdevoll. „Das ist Teil der Vorstellung.“


„Sieht eher aus wie Teil eines Wäscheunfalls“, sagte Ines.


Das Gespenst räusperte sich. Dann bekam es Schluckauf.


„Huhuuu, hicks.“


Ines presste die Lippen zusammen. Sie wollte nicht lachen. Wirklich nicht. Das Gespenst sah ohnehin schon gedemütigt aus.


„Ich bin Balduin von Bleichblick“, verkündete es, immer noch kopfüber. „Schlossgespenst der Burg Finstermoos, Schrecken der Nacht, Meister des Grauens und, äh, vorübergehend unbeweglich.“


„Ich bin Ines. Soll ich helfen?“


„Ein Meister des Grauens braucht keine Hilfe.“


Es zog am Laken. Der Kandelaber wackelte. Eine Staubwolke fiel herab und bedeckte Balduins Schlafmütze.


„Vielleicht ein kleines bisschen Hilfe“, sagte er leise.


Ines stieg auf einen alten Hocker und löste das Tuch. Balduin schwebte frei, machte eine Verbeugung und flog dabei rückwärts gegen eine Standuhr. Die Uhr schlug dreizehnmal.


„Sie geht vor“, erklärte Balduin hastig.


„Um eine ganze Stunde?“


„Um eine Stimmung.“


Balduin führte Ines durch die Halle. Er versuchte, unheimlich zu schweben, aber sein Schluckauf war stärker. Bei jedem „Hicks“ leuchtete er kurz auf wie eine kaputte Lampe.


„Du bist nicht besonders furchterregend“, stellte Ines fest.


Balduin blieb in der Luft stehen. Seine durchsichtigen Schultern sanken herab.


„Ich weiß. Das ist ja das Problem.“


Und dann erzählte er es ihr.


Seit Jahrhunderten spukte seine Familie auf Burg Finstermoos. Sein Ururgroßonkel hatte Könige erschreckt. Seine Großmutter konnte mit einem einzigen Blick Sahne sauer machen. Sein Vater hatte einmal einen ganzen Jagdverein so erschreckt, dass alle in den Burggraben sprangen.


Balduin dagegen brachte Menschen höchstens dazu, ihm Taschentücher anzubieten.


„Heute Nacht ist die große Geisterprüfung“, sagte er. „Wenn ich niemanden erschrecke, muss ich ins Museum für harmlose Erscheinungen. Neben den quietschenden Pantoffel und die sprechende Teekanne.“


„Eine sprechende Teekanne klingt nett.“


„Sie erzählt ständig Witze über Kamillentee.“


„Oh.“


Ines nickte ernst. Das klang wirklich schlimm.


Augenhöhe auf ein freundliches Schlossgespenst mit Schlafmütze in einer staubigen Halle.
Balduin übte das Gruseln, aber sein Schluckauf ruinierte jeden Auftritt.

Ines wird zur Gruseltrainerin


„Wir müssen herausfinden, was du gut kannst“, sagte Ines.


„Ich kann Nebel machen.“


Balduin pustete. Ein kleines Wölkchen erschien, formte sich zu einem Huhn und setzte sich auf den Boden.


„Warum ein Huhn?“


„Das passiert manchmal.“


Das Nebelhuhn gackerte lautlos und marschierte davon.


„Gut“, sagte Ines. „Nebel mit Überraschung. Nicht schlecht.“


„Ich kann auch Ketten rasseln.“


Er hob die Arme. Aus dem Nichts erschienen schwere Eisenketten. Sie rasselten einmal beeindruckend, dann verknoteten sie sich zu einer Schleife.


„Das ist hübsch“, sagte Ines.


„Es soll nicht hübsch sein.“


„Vielleicht kannst du Leute mit Schönheit verwirren.“


Balduin sah sie so traurig an, dass Ines schnell weitermachte.


Sie probierten alles. Balduin sprang aus Schränken, aber entschuldigte sich jedes Mal vorher. Er ließ Türen zuschlagen, nur um sie sofort wieder zu öffnen und „War zu laut, oder?“ zu fragen. Er übte gruseliges Lachen, klang aber wie ein erkälteter Truthahn.


Ines setzte sich auf die Treppe und dachte nach.


„Vielleicht ist dein Problem, dass du versuchst, wie ein anderes Gespenst zu sein.“


„Aber ich bin ein Schlossgespenst. Ich muss schrecklich sein.“


„Wer sagt das?“


Balduin zeigte auf ein riesiges Familienporträt. Darauf standen lauter Gespenster mit strengem Blick, spitzen Nasen und dramatisch wehenden Umhängen. Unter dem Bild stand: Familie von Bleichblick, seit 1423 vorbildlich unheimlich.


Ein gemalter Herr mit Schnurrbart bewegte plötzlich die Augen.


„Vorbildlich!“, rief er.


Ines zuckte zusammen. „Na also, der kann es.“


„Das ist Onkel Kunibert. Er erschreckt sogar sich selbst, wenn er in den Spiegel schaut.“


„Ich habe es perfektioniert“, sagte das Porträt stolz.


Ines trat näher an das Bild. „Herr Kunibert, wenn Balduin heute niemanden erschreckt, muss er ins Museum, richtig?“


„Regeln sind Regeln.“


„Und was passiert, wenn er jemanden zum Lachen bringt?“


Das Porträt blinzelte. „Das ist in der Prüfungsordnung nicht vorgesehen.“


„Dann ist es auch nicht verboten.“


Kuniberts gemalter Schnurrbart zitterte.


Balduin sah Ines an. „Du meinst, ich soll lustig spuken?“


„Genau. Halloween muss nicht nur gruselig sein. Es darf auch albern sein. Besonders, wenn ein Nebelhuhn dabei ist.“


Aus der Ecke kam ein stummes Gackern.


Balduin richtete sich auf. Seine Schlafmütze kippte entschlossen nach vorne.


„Dann zeigen wir ihnen ein Spuken, das sie nie vergessen.“


Die Prüfung beginnt und alles geht schrecklich schief


Kurz vor Mitternacht versammelten sich die Prüfer im großen Saal. Drei ältere Gespenster schwebten durch die Wand. Sie trugen schwarze Umhänge, silberne Brillen und Gesichter, als hätten sie in Zitronen gebissen.


Die Vorsitzende hieß Gräfin Griselda von Grauschauer. Sie hatte eine Stimme wie knirschender Schnee.


„Balduin von Bleichblick“, sagte sie. „Beginnen Sie mit Ihrem Schrecken.“


Balduin nickte. Ines stand hinter einem Vorhang und hielt die Daumen gedrückt. Neben ihr saß das Nebelhuhn in einer Suppenschüssel, denn es hatte beschlossen, dass dies ein Nest war.


Der Raum wurde dunkel. Kerzen flackerten. Die Standuhr schlug dreizehnmal, dann noch einmal, weil sie wohl Gefallen daran gefunden hatte.


Balduin schwebte aus dem Kamin.


Das war der Plan.


Leider war im Kamin noch ein halber Sack Ruß. Balduin tauchte nicht als bleiche Schreckensgestalt auf, sondern als grauschwarze Wolke mit Schlafmütze. Er hustete.


„Huhuuu, hicks.“


Die Prüfer starrten.


Ines biss sich auf die Faust.


Balduin warf die Ketten in die Luft. Sie sollten drohend rasseln. Stattdessen bildeten sie wieder eine Schleife, diesmal mit einer kleinen Verbeugung. Dann legten sie sich Gräfin Griselda wie eine Halskette um.


„Interessant“, sagte sie trocken.


Balduin wurde nervös. Er wollte Nebel machen. Das Nebelhuhn erschien, diesmal begleitet von zwei Nebelküken und einem Nebelpfannkuchen.


Der Pfannkuchen schwebte majestätisch durch den Saal.


Da passierte die unerwartete Wendung des Abends: Einer der Prüfer, ein besonders dürrer Geist mit Monokel, begann zu kichern.


Er versuchte, es zu verstecken. Es klang wie eine Türangel, die sich schämte.


Balduin sah Ines an. Ines nickte heftig.


Also machte Balduin weiter.


Er verwandelte seinen Schatten in einen Drachen. Der Drache nieste Glitzerstaub. Er ließ die Kronleuchter kreisen. Einer drehte sich zu schnell und spielte mit seinen Kristallen versehentlich die Melodie von „Alle meine Entchen“. Die Ritterrüstungen an der Wand begannen im Takt zu klappern.


Dann trat Ines aus dem Vorhang. Ihr Hexenhut saß schief, eine Feder klebte an ihrer Nase, und sie rief:


„Meine Damen und Geister, begrüßen Sie Balduin, den Schrecken mit Stil!“


Balduin verbeugte sich. Dabei fiel seine Schlafmütze herunter und landete auf Gräfin Griseldas Kopf.


Stille.


Die Gräfin hob langsam eine durchsichtige Hand zur Mütze. Sie sah aus, als würde gleich ein Sturm losbrechen.


Dann schnaubte sie.


Einmal.


Zweimal.


Und lachte.


Nicht dezent. Nicht höflich. Sie lachte so laut, dass die Fensterläden klapperten und der rote Teppich sich vor Freude entrollte. Die anderen Prüfer fielen ein. Onkel Kunibert im Porträt rief: „Das ist gegen die Würde!“ und bekam selbst einen Lachanfall, weil sein Schnurrbart sich verknotet hatte.


Nahaufnahme eines Nebelhuhns auf einem roten Teppich in einem Schlossflur.
Das Nebelhuhn wurde zum heimlichen Star der Geisterprüfung.

Der Kuchen war lebendig, aber höflich


Nach der Prüfung war Burg Finstermoos nicht mehr dieselbe. Gräfin Griselda wischte sich Lachtränen aus den Augen, obwohl Gespenster dabei eher kleine Nebeltröpfchen verlieren.


„Balduin von Bleichblick“, sagte sie, „Sie haben niemanden klassisch erschreckt.“


Balduin sank in sich zusammen.


„Aber“, sagte die Gräfin, „Sie haben diesen Saal zum Lachen gebracht. Das ist selten. Sehr selten. Einige von uns haben seit 1897 nicht mehr gelacht, und damals war es nur, weil ein Graf in Pudding gefallen ist.“


Der dürre Prüfer mit Monokel hob die Hand. „Ein hervorragender Pudding.“


Gräfin Griselda nickte. „Bestanden.“


Balduin leuchtete so hell auf, dass das Nebelhuhn vor Überraschung ein Ei aus Dunst legte.


Ines jubelte. Die Ritterrüstungen klapperten Beifall. Der sprechende Türklopfer draußen rief durch die Wand: „Hab ich doch gleich gesagt!“, obwohl er das eindeutig nicht gesagt hatte.


Dann wurde der versprochene Kuchen hereingetragen.


Oder besser: Er kam selbst herein.


Es war eine dreistöckige Torte mit orangener Glasur, Schokoladenspinnen und Marzipanfledermäusen. Sie trippelte auf kleinen Kuchfüßchen über den Boden, machte vor Ines einen Knicks und sagte: „Guten Abend. Bitte nicht am linken Rand anschneiden. Da kitzelt es.“


Ines schaute Balduin an.


„Ist das normal?“


„An Halloween schon.“


Der Kuchen schmeckte nach Kürbis, Zimt und einem winzigen bisschen Abenteuer. Ines nahm zwei Stücke. Balduin konnte natürlich nicht essen, aber er schnupperte daran und wurde vor Freude noch durchsichtiger.


Die Feier breitete sich im ganzen Schloss aus. In der Küche tanzten Besen Polka. Im Musikzimmer spielte ein Klavier von selbst, aber ständig den falschen Schlussakkord. Die Ahnenporträts veranstalteten einen Wettbewerb im Grimassenschneiden, den Onkel Kunibert gewann, weil sein Schnurrbart inzwischen aussah wie eine Brezel.


Sogar die Fledermäuse bekamen kleine Papierhüte.


Ines vergaß völlig die Party im Dorf. Sie hatte ohnehin das Gefühl, dass keine Party gegen ein Schloss ankam, in dem Gespenster Prüfungsprotokolle verloren, Kuchen Gespräche führte und ein Nebelhuhn beleidigt war, weil niemand seine künstlerische Bedeutung erkannte.


Gegen ein Uhr nachts brachte Balduin Ines zur Tür.


„Danke“, sagte er. „Ohne dich wäre ich jetzt im Museum und müsste der Teekanne zuhören.“


„Gern geschehen. Aber du schuldest mir ein Foto mit dem Nebelhuhn.“


„Es verlangt dafür einen Titel.“


„Welchen?“


Balduin lauschte dem lautlosen Gackern.


„Ihre Nebeligkeit, Baronin von Gackerwolke.“


„Angemessen“, sagte Ines.


Halbtotale Ansicht von Ines und Balduin neben einer sprechenden Halloween-Torte im Festsaal.
Bei Kuchen, Kerzenlicht und Chaos wurde die Burg zur fröhlichsten Halloween-Feier weit und breit.

Am Ende war Ines mutiger als ihr Hut


Als Ines nach Hause ging, lag der Schlosspark still unter dem Mond. Der Nebel hatte sich verzogen. Die Kürbisse am Weg grinsten nicht mehr unheimlich, sondern eher zufrieden, als hätten sie eine gelungene Vorstellung gesehen.


Am Tor wartete die Krähe vom Anfang. Sie trug einen winzigen Papierhut und sah sehr wichtig aus.


„Na?“, fragte Ines. „Auch auf der Feier gewesen?“


Die Krähe krächzte einmal.


Aus dem Schlossfenster winkte Balduin. Neben ihm schwebte das Nebelhuhn, oder besser gesagt: Ihre Nebeligkeit, Baronin von Gackerwolke. Es sah aus, als erteile es gerade Anweisungen.


Ines winkte zurück. Ihr Hexenhut rutschte wieder über ein Auge. Diesmal ließ sie ihn einfach dort.


Zu Hause fragte ihre Mutter: „Und, war die Halloween-Party schön?“


Ines überlegte. Sie dachte an den sprechenden Löwenkopf, die Ketten-Schleife, die lachenden Prüfer und den Kuchen, der kitzlig war.


„Ganz okay“, sagte sie. „Ich habe einem Gespenst Nachhilfe gegeben.“


Ihre Mutter nickte müde, als wäre das an Halloween eine völlig vernünftige Antwort.


Später im Bett hörte Ines leises Klopfen am Fenster. Ein kleiner Umschlag steckte im Rahmen. Darin lag eine Karte, beschrieben in krakeliger Geisterschrift.


Liebe Ines,


ab nächstem Jahr gibt es auf Burg Finstermoos eine neue Halloween-Vorstellung. Sie heißt: Das große Balduin-Buhaha. Du hast lebenslangen Eintritt frei. Kuchen inklusive.


P. S. Die Baronin möchte wissen, ob du Körner magst.


Ines lachte so laut, dass ihr Hexenhut vom Stuhl fiel.


Und irgendwo auf Burg Finstermoos übte Balduin sein neues Grusellachen. Es klang noch immer ein bisschen wie ein erkälteter Truthahn. Aber jetzt war das genau richtig.


Blick von außen auf ein Schlossfenster mit einem winkenden Gespenst und einem Mädchen im Mondlicht.
Manchmal ist das beste Halloween-Abenteuer nicht das gruseligste, sondern das lustigste.

Halloween muss nicht immer aus Zähneklappern, Spinnenweben und finsteren Fluren bestehen. Manchmal reicht ein Gespenst mit Schluckauf, ein bisschen Mut und ein Kuchen mit klaren Grenzen. Ines lernte an diesem Abend, dass Überraschungen noch besser werden, wenn man sie mit Humor nimmt.


Und Balduin lernte: Wer andere zum Lachen bringt, spukt vielleicht nicht nach Vorschrift, aber ganz sicher mit Herz.

Text Bild mit WIX KI erstellt


 
 
 

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